mein freund ist nach 6 jahren aus dem wachkoma aufgewacht
#1
im Juli 2005 fiel mein freund durch eine gehirnblutung ins wachkoma. er wurde erst in einem pflegeheim speziell für wachkomapatienten gepflegt. Nachdem aber meherer schlimme Vorfälle passierten (über Nacht im Rollstuhl sitzen gelassen etc.)holten seine Eltern ihn zu sich nach hause und mithilfe eines 24 h Pflegedienstes (der nach vielem Nachfragen von der Krankenkasse übernommen wurde) wurde und wird er zu Haus gepflegt.Aus medizinischer Sicht hieß es immer, er wird nie wieder aufwachen-die cts und mrts zeigten keine großen Veränderungen (angeblich!). wir glaubten aber immer daran, dass er uns hören konnte und wenn es nur ein verfolgen oder rollen mit den augen war. wir versuchten mittels verschiedenster codes mit ihm zu kommunizieren, erst das handdrücken als ja und nein code-dieser funktionierte aber nicht richtig, dann über die aufforderung die augen nach unten zu rollen, wenn er ja sagen wollte-dies klappte schon besser. Im letzten jahr dann fuhr er mit seinen eltern das erste mal in den urlaub nach österreich-dort gibt es speziell für wachkomapateineten eine einrichtung mitten in den bergen gelegen-das war der zeitpunkt an dem er wacher wurde. er traf dort auf seine alte beste freundin, die sicher starke assoziationen, erinnerungen in ihm auslösten. Zur Erklärung, er wird beatmet und künstlich ernährt, d.h. er konnte sich nicht durch irgendwelche laute bemerkbar machen. irgendwann stellte seine mutter fest, dass er eine art kussmund machen konnte( ein schmatzen o.ä.)- dies war von nun an der verständigungscode (ja/nein)-irgendwann bemerkten die pfleger, dass er tatsächlich jedes einzelne wort klar und deutlich verstand und buchstabierten ihm das alphabet durch und immer beim richtigen buchstaben schnalzte er bzw. machte ein kussgeräusch-so konnte man von nun an mit ihm kommunizieren-ganze sätze bilden-auch wenn das seine zeit in anspruch nimmt.Er ist jetzt seit einem halben jahr wach, kann sich nach wie vor nur über das kussgeräusch und buchstabencode verständigen, weil er nach wie vor beatmet und ernährt wird, aber er kann mittlerweile seinen elektr.rollstuhl mit der rechten hand selber steuern und hat einen sprachcomputer, mit dem er lernt selbst zu schreiben. geistig ist er absolut fit, er hat ein paar erinnerungslücken, aber ansonsten wirkt es so, als wäre nie etwas passiert.ich möchte hier allen leuten mut machen,es kommt tatsächlich so sehr auf die zuwendung an...und eine ganz tolle sache ist ,glaube ich auch, die musiktherapie (die eigentlich von den meisten Krankenkassen übernommen wird). Das war unser anker, da hat er immer so viel reagiert und auf einmal auf eine trommel gehauen, obwohl er sonst immer starr im bett lag.Man sollte so viel wie möglich aus dem alten leben integrieren, möbel, kleidung, musik, gerüche, bilder, filme. man sollte auch nicht immer nur vorsichtig sein und z.b. nur ruhige musik spielen. Ein Wachkomapatient braucht auch starke impulse-wir haben ihn z.B. auch mit auf kleinere partys "genommen", naturlich nicht mitten in die masse, oder openAir Kino...all so etwas...
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#2
Hallo Felicitas

Toll was du so berichtest.

Alles gute auch weiterin für deinen Freund.

Grüße Michaela
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#3
Das sind die kleinen Wunder, die hier alle erhoffen lächeln
Ich wünsche Deinem Freund das es weiterhin aufwärts geht!
liebe Grüße

Ginome

Tipp
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#4
Hallo Felicitas,

das hört sich super an und gibt Hoffnung.
Ich habe eine Frage wegen des Urlaubes. Wie heißt den die Einrichtung? Das wäre was für meine Eltern!

Alles gute weiterhin...

Liebe Grüße

Nadine
Tochter die die Hoffnung nicht aufgibt
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#5
Das sind ja tolle Nachrichten. Auch von mir alles Gute für dichn und deien Freund-
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#6
Liebe Felicitas,

vielen Dank für deinen Bericht und natürlich ist es klasse, dass dein Freund nach all der Zeit "aufgewacht" ist.
Es gibt sicherlich noch viel für euch zu tun und ich wünsche euch beiden von Herzen viel Kraft, diese Herausforderungen zu bestehen. Lasst euch nicht unterkriegen und wenn du möchtest, kannst du uns gerne auf dem Laufenden halten.

Alles Gute!

~Tai
[Bild: moewen2.jpg]
"M E I N S ?!
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#7
hallo felicitas,
zu ihren ausführungen möchte ich im einzelnen nur zu zwei punkten etwas richtg stellen
1) die zuwenungen sind ein wichtiges detail möglicher besserungen, jedoch können sie alleine nicht das bewirken was sie erklären
2) es ist nicht korrekt wenn sie erklären das die musiktherapie von den kassen bezahlt wird. wenn es bei ihnen funktioniert hat, dann bedeutet dies eine
ausnahme von der regel - die regel ist leider das diese therapie nicht bezahlt wird und auch nicht bezahlt werden kann, da die gesetzlichen grundlagen dazu
fehlen-
ich bin selber betroffener angehöriger, engagiere mich seit 12 jahren zu gunsten betroffener angehöriger und zwar bundesweit - kostenlos, individuell und neutral - sicherlich können sie sich denken das in diesen jahren ein großer wissen- und erfahrensschatz erlangt werden konnte, zumal auch häusliche pflege und ausbildung zum snoezelen therapeuten dieses wissen noch umfangreicher und intensiver gestaltet werden konnte-
bei ihrem freund war die ursache gehirnblutung wie sie mitteilen, das ist leider nur eine von sehr vielen und immer individuellen ursachen des wachkoma
zudem ist es eine von sehr wenigen ursachen bei denen eine rückkehr in ein bewußtes leben, gleich mit welchen bleibenden schädigungen, überhaupt möglich ist
auch wenn ihre zeilen hoffnung verbreiten sollen, tragen sie nicht dazu bei das bestehende falsche bild eines wachkoma schicksals und patienten in der gesellschaft richtig zu stellen, dies wäre aber notwendig um hilfreich denen zu sein, die nicht das große glück im unglück haben oder hatten
lese ich ihre zeilen weiß ich die antworten von "unwissenden", "nichtbetroffenen" usw. im voraus
sicherlich auch für sie noch eine informationsquelle http://www.wachkoma-hilden.de
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#8
Sehr geehrter Herr k.,

es ist eine regelrechte Unverschämtheit in welcher Art und Weise sie mir antworten. Von Glück zu sprechen, ist wohl etwas weit hergeholt.nachdem mein Freund seit Ca.2 Jahren nun wach ist, kann er sich nach wie vor nur über buchstabencodes unterhalten, wird beatmet und über magensonde ernährt. Womit befördere ich ein falsches Bild von wachkomapatienten in der Öffentlichkeit? Ein wenig mehr Empathie gerade in diesem Forum würde ich Ihnen raten...und Hoffnung auf Besserung, das wollte ich mit meinen Worten bei anderen Betroffenen nur erreichen, denn wenn die Hoffnung einmal stirbt, überträgt sich diese Stimmung auch auf den Patienten.
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#9
Hallo Allerseits,

da ich auch betroffen bin, bei meinem Mann wird es am 13. April 9 Jahre ( Herz-Kreislauf-Stillstand ) möchte ich gerne was dazu schreiben. Ich finde es nicht gut das sich Angehörige hier streiten. Dazu haben wir alle ein wirklich großes Leid erfahren und ganz ehrlich ich muss im realen Leben sehr viel kämpfen. Mit Pflegekräften, Ärzten, Krankenkassen und den lieben Mitmenschen.
Ich musste mir schon anhören " Lasst eure Idioten daheim, die will sowieso keiner sehen".
Mein Mann wird daheim gepflegt und ich gebe ihm all meine Liebe und Zuneigung. Wir fahren auch jedes Jahr in Urlaub und ich nehme ihn auch überall mit! Er gehört zu mir!!!!!! Er erhält viele Therapien und dennoch ist er leider schwerstbehindert geblieben.
Jeder Fall ist eben einzeln zu bewerten. So wie wir Menschen eben auch unterschiedlich sind!
Über alle die wieder zuück finden in das "normale " Leben freuen wir uns unendlich! Aber es ist eben nicht allen vergönnt trotz viel Liebe und Therapien.
Liebe Grüße
Gila
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