nach nicht mal 4 Wochen..."AUSTHERAPIERT" - und nun?
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Hallo liebe Mitglieder,

mein Vater hatte vor rund 9 Wochen einen Herzinfarkt (gerade mal 60Jahre, völlig aus dem Nichts, im Januar noch Geburtstag gefeiert), wurde sofort reanimiert allerdings rund 30min, kam dann erst auf die Intensivstation, fiel ins Wachkoma und befindet sich nun seit rund 4 Wochen auf einer Neuro-Reha. 

Dort wurde nun heute von den Ärzten entschieden, er sei nicht "weiter therapierbar" da er keinerlei nennenswerte Reaktionen gezeigt hätte (zumindest nicht ausreichend für die Krankenkassen...) - spricht man mit Pflegern und Therapeuten arbeite er "gut mit" und zeige laut ihren Einschätzungen durchaus einige kleine Reaktionen. Die Trachealkanüle ist raus, alles bereits verheilt, er atmet selbstständig, das Herz ist zwar nach wie vor nicht operiert und somit Risikofaktor No.1 jeden Tag aber ansonsten sind alle Werte stabil, kein Fieber, keinerlei sonstige Beschwerden. Er hat sehr starke Krampfhaltungen und zieht seit einigen Wochen auch Grimassen mit dem Gesicht, es erinnert alles sehr stark an eine Kleinkindhaltung, die Augen fixieren nichts, keinerlei Reaktion, außer, dass er sehr oft sehr stark erschrickt bei Geräuschen oder Berührung. Therapien bekommt er alles von Logo-bis Ergo, heute wurde er auch hingestellt mit entsprechendem HIlfsstuhl aber nun wollen sie ihn eben schon loswerden...

Wir müssen uns jetzt um ein Pflegeheim bemühen - und es bleibt eben noch abzuwarten wie er eingestuft wird; 

Frage: gibt es hier Leute, die diesen Prozess schon durch haben und was kann oder sollte man als Angehöriger beachten? 
Inwieweit soll man sich mit der Krankenkasse streiten, was wird übernommen, ist es normal, dass so schnell so rigoros abgeschoben wird? und wie sieht der weitere Verlauf aus? Ratet Ihr, ein Pflegeheim zu finden oder wird er da dann eh nur "abgestellt" und so etwas wie diese WGs oder andere Arten der Pflege sind besser? Wir wissen uns wirklich keinen Rat und natürlich kann man auch niemanden fragen, daher mein kleiner Appell hier, falls das der Eine oder Andere von Euch leider leider schon durchmachen musste...

Denn die große Frage bleibt ja - was kann, was sollte man noch tun? Laut CT keinerlei Auffälligkeiten, lediglich das EEG habe einen mittelschweren Hirnschaden angezeigt aber kein Arzt noch irgendein Test oder Scan können uns sagen, was das für ein Schaden ist, dafür müsse der Patient aufwachen.

Aber wie sieht die Chance hier aus? Kann man als Angehöriger auch alternative Therapieformen beantragen? Und wer bezahlt das? Oder stellen sich Kassen da quer? Und wer entscheidet über die Pflegestufe - habe gelesen generell wer selber atmet ist Pflegestufe II - das kommt den Kassen billiger - obwohl im Grunde so viel mehr übernommen werden müsste, da die Aufwachchancen bei guter Betruung durchaus steigen...

Verzeiht den langen Text, aber falls Einer oder Eine nur zu einer der Fragen, etwas weiß oder mir einen Rat oder Tipp geben kann, damit wäre uns schon sehr geholfen...

Oder auch Erfahrungsberichte? Wie seit ihr mit dem Reha Ende umgegangen? Wohin? Wie habt ihr weiter um ein "Aufwachen" gekämpft? Oder ist das wirklich so endgültig wie die Ärzte behaupten? 

Vielen Dank und liebe Grüße,

Martin
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