Homöopathische Zusatztherapie bei Kindern lindert Tics und Schmerzen
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Anwendung in einem Modellprojekt bei Kindern mit meist neurologischen Krankheiten
MÜNCHEN (sto). Eine begleitende homöopathische Therapie bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen kann die Symptomatik lindern. Diese Erfahrung hat die Kinderärztin Dr. Sigrid Kruse aus München gemacht.

Bei Kindern, denen die konventionelle Medizin keine überzeugenden Therapiemöglichkeiten bietet, werden im Modellprojekt "Homöopathie in der Pädiatrie" am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München regelmäßig begleitende homöopathische Behandlungen vorgenommen, wie Kruse bei einer Veranstaltung des Kinderspitals berichtet hat. Meist handele es sich um Kinder mit neurologischen Erkrankungen und um Kinder mit Entwicklungsstörungen.

So sei bei zehn von 28 Kindern mit Tics bei einer homöopathischen Behandlung der Tic verschwunden, bei sieben sei eine deutliche Besserung eingetreten, so Kruse. Die hauptsächlich verwendeten homöopathischen Arzneimittel waren Argentum nitricum, Agaricus, Ignatia, Lycopodium, Phosphor und Stramonium.

Bei fünf von 30 Kindern mit rezi-divierenden Kopfschmerzen traten keine Schmerzen mehr auf nach einer homöopathischen Behandlung von ein bis drei Monaten Dauer. Sieben Kinder berichteten von einer deutlichen Besserung, vier Kinder hatten eine leichte Besserung, berichtete Kruse.

Behandelt wurde mit Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum, Natrium muriaticum, Nux vomica, Okoubaka, Piper methysticum, Sepia oder Tuberculinum. Alle Kinder, bei denen die Kopfschmerzen zwischen zwei Monate und vier Jahre lang bestanden, hatten bei akuten Kopfschmerzen eine homöopathische Arznei bekommen. Trat keine Besserung ein, bekam das Kind eine konventionelle Schmerztherapie, meist Paracetamol. Im kopfschmerzfreien Intervall erhielten die Kinder zusätzlich eine homöopathische Therapie.

Bei Kindern mit einem Prader-Labhart-Willi-Syndrom, das durch Adipositas mit Eßsucht, Kleinwuchs und Oligophrenie gekennzeichnet ist und bei dem die Kinder unter anderem zu extremen Wutausbrüchen neigen, führte die homöopathische Therapie zu einer deutlichen Minderung der Wutanfälle.

Am häufigsten verordnet wurde hier Calcium carbonicum. Die Eltern hätten zudem über Entwicklungsfortschritte im motorischen, geistigen und sprachlichen Bereich nach Beginn der homöopathischen Behandlung berichtet, sagte Kruse.

Quelle : Ärztezeitung vom 27.11.2003
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