Jo-Jo-Effekt nach Diät: Läßt er sich mit Hilfe eines Bluttests vorhersagen?
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Bericht vom Kongreß der American Heart Association, Orlando 2003
Jo-Jo-Effekt nach Diät: Läßt er sich mit Hilfe eines Bluttests vorhersagen?
Jeder, der schon einmal versucht hat, seine überflüssigen Pfunde wieder zu verlieren, kennt und fürchtet ihn: den berühmt-berüchtigten Jo-Jo-Effekt. Kaum hat man mit viel Disziplin eines der vielen angeblich so erfolgssicheren Diätprogramme absolviert, schnellt das Körpergewicht auch schon wieder in die Höhe.

Ein Rezept, wie sich diesem Jo-Jo-Effekt wirksam vorbeugen läßt, konnte eine Gruppe japanischer Forscher in Orlando zwar nicht bieten. Dafür aber einen Bluttest, der nach ihrer Ansicht Voraussagen darüber ermöglicht, wer nach einer Diät wohl wieder rasch an Gewicht zulegen wird.

Dr. Kazuko Masuo und Mitarbeiter haben zwei Jahre lang 113 übergewichtige Männer untersucht, die sich einem Programm zur Gewichtsreduktion unterzogen. Nach sechs Monaten hatten etwa zwei Drittel das Ziel erreicht, das Körpergewicht um mindestens zehn Prozent zu verringern.

Dieser Erfolg war jedoch häufig nicht von Dauer. Nach zwei Jahren hatten 49 Prozent der übergewichtigen Hypertoniker und 30 Prozent der Normotoniker nach anfänglicher Reduktion mindestens wieder ihr Ausgangsgewicht erreicht. Erste Erkenntnis: Übergewichtige mit Hypertonie sind offenbar häufiger Opfer des Jo-Jo-Effekts als solche ohne Bluthochdruck.

Auch die Laboranalysen halfen bei der Differenzierung weiter. Wie Masuo berichtet, hatten Probanden, die ihr Gewicht nach initialer Reduktion nicht stabilisieren konnten, initial höhere Noradrenalin- und Insulin-Spiegel und niedrigere Leptin-Spiegel.

Hilft dieser Triple-Test in der Praxis weiter? Wohl kaum. Sollen etwa Übergewichtige, bei denen die drei Parameter entsprechend verändert sind, an diesem Befund die Aussichtslosigkeit ihrer gewichtsreduzierenden Bemühungen erkennen und sich in ihr Schicksal fügen?

Das will auch Masuo nicht. Er sieht seine Studienergebnisse mehr als wissenschaftliches Durchgangsstadium. Sie deuteten nämlich darauf hin, daß Überaktivität des Sympathikus und Insulinresistenz mögliche Mechanismen beim Jo-Jo-Effekt sind. Und damit ist künftiger Forschung doch eine Richtung gewiesen. (ob)

Artikel aus der Ärztezeitung von 10.12.2003

http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/12...adipositas
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