Ben Becker Interview zu seinem beinahe tödlichen Absturz und der Zeit danach.
#1
Stern Interview mit dem Schauspieler Ben Becker


Stern: Laut Feuerwehr heißt es: Gefunden wurde eine “nicht lebende”, männliche Person.

Ben Becker: Ich hatte Atemstillstand und bin reanimiert worden: Drei Minuten später, und ich wäre tot gewesen, das weiß ich von der Ärztin. Oder ich hätte bleibende Schäden davongetragen, könnte nicht mehr sprechen oder gehen. Aber zum Glück war die Dame, die ich da mit nach Hause genommen hatte, so freundlich , an diesem Morgen den Notarzt zu rufen.

Stern: Wie geht es Ihnen?

Ben Becker: Ich kann nicht sagen, von Ihnen sitzt jetzt ein neuer Ben Becker.

Stern: Fassen wir kurz die vergangene Wochen zusammen. Drogenrausch, Zusammenbruch, Intensivstation, Reha-Klinik. Wollten Sie sich in der Nacht des Absturzes etwas beweisen?

Ben Becker: Darum ging es nicht Dazu war ich überhaupt nicht mehr in der Lage.

Stern: Was genau war da zwischen Leben und Tod?

Ben Becker: Das war wie Schwerelosigkeit in einem schwarzen Raum. Mit Sternen, ganz undefiniert, etwas, das man nicht ermessen kann. Für kurze Zeit bin ich in der Unendlichkeit des Alls geschwommen.

Stern: War da ein Tunnel? Licht? Musik?

Ben Becker: Nein, aber ich spürte Wärme, Geborgenheit. Als die mich wiederbelebt hatte, war ich im ersten Moment sogar sehr ärgerlich, dass man mich nicht in meiner Ruhe gelassen hat. Aber seitdem habe ich keine so große Angst mehr vor dem Übergang als solchem.

(….)

Stern: Sie haben vier Wochen in der Reha-Klinik verbracht. Sind sie ein schwieriger Patient?

Ben Becker: Am Anfang dachte ich , die haben alle eine Meise. Ich war mir sicher, ich bin da vollkommen falsch. Ein Wunder, dass der Becker-Bub da nicht abgehauen ist. Nach einer Woche habe ich gesagt, was haben Sie denn so im Programm? Ich hätte gerne Ergotherapie. Das ist aber selten, sagte der Therapeut, das machen nicht viele. Dann haben sie die zuständige Dame angerufen, die sagte: Für den Ben Becker denke ich mir was Tolles aus, der ist bestimmt aggressiv, mit dem gehe ich in den Wald, da kann der einen Baum fällen. Nee, hab ich gesagt, ich möchte ein Körbchen flechten. Die Therapeutin war total fertig.

(…)

Stern Nr.42 / 11.10.2007

Editiert: ich sehe gerade, stern-online hat nun einen link zum interview:
http://www.stern.de/lifestyle/leute/:Ben...l?nv=ct_cb

Gut, der Mann ist Schauspieler, weiß, wie ein Vortrag interessant gestaltet werden kann. Ich halte seine Aussagen ungeachtet dessen für glaubwürdig. Ich halte es für sehr interessant, welche Erlebnisse während des Sterbens eventuell geschehen. Ben Becker bestätigt, was schon einige vor ihm sagten.

Ein gutes Buch dazu ist auch die Beschreibung von Peter Nadas: “Der eigene Tod“
Er beschreibt seinen Herzinfarkt, die Klinik, die Reanimation, die Rekonvaleszenz. Sehr präzise Studien ohne jeden geschmacklichen Missgriff, immer dezent, prägnant und interessant.
http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b/302-7...eter+nadas
http://www.huahinelife.de

Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre. (Leo Tolstoi)
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  wachkoma und danach akinom1 5 5.398 06.10.2007, 22:26
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