Gesucht: Zwei Zimmer Wohnung in Freiburg
#21
Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen.
Fahnenbergplatz 4
79098 Freiburg



Freiburg, den 29.11.09

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau L.

Ich habe Ihren Brief vom 26.11.09 erhalten und mit Interesse zur Kenntnis genommen.

Ich sage es Ihnen deutlich: Sie sind nicht im Recht. Wenn Sie meinen, sie könnten es sich derart einfach machen, sind Sie und Ihre Behörde deutlich auf dem Holzweg.

Nehmen Sie bitte den Paragraf 3 GG zur Kenntnis, hier extra für Sie in der vollen Fassung, da sie offensichtlich noch nichts davon gehört haben.

Grundgesetz, Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.



Nochmal ganz deutlich für Sie, ich will Sie ja nicht überfordern: Niemand darf wegen seiner Behinderung diskriminiert werden. Und genau das versuchen Sie mit meinem Kind und mir in Ihrerm Schreiben vom 26.11.09, wenn Sie mir mitteilen es tut ihnen leid, Sie hätten in Ihrem Bestand keine behindertengerechten Wohnungen.

Ich glaube Ihnen kein Wort. Ich kenne Müttern mit behinderten Kindern, denen Sie eine ganz andere Auskunft geben. Selbst wenn Sie tatsächlich keine Angebote für mich haben, was ich stark bezweifle, sind Sie gesetzlich verpflichtet, solche Maßnahmen für mittellose behinderte Menschen zu schaffen.

Ich verlange von Ihnen Nachweise, dass sie über keine behindertengerechten und/ oder behindertenfreundlichen Wohnungen verfügen.
Bis dato muss ich Sie verdächtigen, mich und mein Kind billig abfertigen zu wollen, indem Sie die Unwahrheit sagen.

Sie schließen mit dem Satz ich solle auf dem privaten Wohnungsmarkt weitersuchen. Haben Sie mein Schreiben nicht zur Kenntnis genommen? Ich suche seit drei Jahren unter anderem mit über 20 Anzeigen in den lokalen Anzeigenblättern.
Meine Angaben zum Mietpreis habe ich darin schon um ca. 50 Euro über dem Preis, den das Arbeitsamt zu zahlen bereit ist, angegeben. Und liege damit immer noch im ganz unteren Segment der Wohnungsmieten.
Da ist nichts, aber auch gar nichts zu machen. Und Sie wissen das ganz auch ganz genau, spätestens nach meiner mündlich vorgetragenen Stellungnahme zu diesem Problem.


Alternativ zu einer von der Stadt vermittelten Wohnung können Sie das Arbeitsamt verpflichten, mir einen marktüblichen Mietpreis zuzugestehen, und der liegt bei 11Euro pro qm, nicht bei 5,5 Euro pro qm, die das Arbeitsamt fern jeder Realität fordert.
Das wäre ein Kompromiss, mit dem ich mich einverstanden erklären würde. Ich nehme aber an, dass Sie dazu nicht in der Lage sind.

Sie tragen hier gerade Ihre verfehlte Wohnungsmarktpolitik auf meinem Rücken und dem meines Kindes aus. Das werde ich nicht unwidersprochen hinnehmen. Dachten Sie wirklich, Sie können mich mit einem bedauerndem Schreiben abfertigen? Da liegen Sie falsch.

Ich gebe Ihnen noch eine Chance, mir und meinem Kind behilflich zu sein. Sollten Sie diese nicht innerhalb 14 Tagen, Fristsetzung 14.Dezember 2009 wahrnehmen wollen, geht die Sache vor Gericht, juristisch gefasst unter anderem vorsätzliche Diskriminierung.


*Unterschrift*


Verteilt an:

Kinderzentrum München, Ärztliche Ansprechpartner meines schwerkranken Kindes

Büro Oberbürgermeister Freiburg Hr. Dieter Salomon

Pressestelle Badische Zeitung, Freiburg

Ihre Schreiben veröffentliche ich ebenfalls auf Internet- Plattformen, die sich um Wachkomapatienten kümmern.




Eine technische Frage habe ich noch an den Systemadministrator GinomeGilati.
Wie kann ich kleine thumbnails kopieren, in denen ich Behördenbriefe einscannen könnte, auf dass sie bei Interesse zu lesen sein könnten?
bei http://www.tinypic.com habe ich das noch nicht auftreiben können.
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Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre. (Leo Tolstoi)
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#22
Nimm das hier das sollte gehen.. http://www.directupload.net/

Btw zu Deinem Brief..
Der ist dermaßen böse geschrieben, daß ich denke das der gleich in Ablage P wandert. Mit Glück wandert er dahin.. ansonsten hast Du noch eher eine Verleumdungsklage am Hals.
So verschafft man sich kein Gehör.. so erreicht man das Gegenteil.
liebe Grüße

Ginome

Tipp
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#23
Liebe Ursel, WIE würdest DU reagieren, wenn Du diesen Brief erhältst?
Ich kann deine Verzweiflung bzgl. deiner Situation verstehen, aber wie GG schrieb, du erreichst damit genau das Gegenteil.Du schreckst damit potentielle "Helfer" eigentlich schon im Vorfeld ab.
Die Aggressivität die du aussendest kommt leider geballt auf dich zurück. Das nützt weder dir, der Sache noch deinem Kind etwas.Hast du nicht auf diese Weise schon viele Menschen die dich auch unterstützen wollten, verloren?
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#24
Ihr spielt hier gerade das sehr beliebte Spiel, nähmlich das Opfer zum Täter zu machen.
Ich bin nicht blöd, selbstverständlich habe ich es vorher monatelang bei den Behörden mit Freundlichkeit und Erklärungen versucht.

Eine Frau, die ich auf Ihren Wunsch hin auf die Behörden mitnahm, sagte, sie kann es nicht fassen. Sie hat es Ihrem Mann erzählt, der (Gymnasiallehrer) war ebenfalls sprachlos. Die Frau ist in Rio aufgewachsen, nicht gerade ein ruhiges Pflaster, hatte schon Gewehrläufe an der Schläfe etc., aber die Behördengewalt in Freiburg schlägt das um Längen, sie war ehrlich schockiert.

Aber bitte macht nur weiter, das hilft mir sehr.
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#25
Hallo ursel,
ich spiel dieses besagte Spiel sicher nicht absichtlich mit dir.Wenn du diese schrecklichen Erfahrungen dort machst, was hält dich dann noch in dieser Ecke??
Du wirst die angesprochene Behördenwillkür nicht ändern und die in der Verfassung verankerten "Rechte" naja die sehen in der Praxis halt dann doch anders aus.Zumindest für jene, die nicht über die notrwendigen Mittel und Energie verfügen sie einzufordern. Das ist leider so. Hüben wie drüben.
LG Hilde
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#26
was mich in dieser gegend hier hält? nicht viel.

aber wie du richtig bemerkt hast, es ist überall gleich. ohne geld keine chancen, keine faire behandlung, oder ganz minimale möglichkeiten mit unbändig glück.
ich wollte nach hamburg ziehen wegen vermeindlich besserer therapieangebote für mein kind. hatte mir wöchentlich über einen service wohnungsangebote schicken lassen.
bin für vorstellungstermine freiburg-hamburg mit dem zug hoch gefahren, sehr weit, mit dem zug 7 stunden. habe mit dem kind auf dem zeltplatz übernachtet, am nächsten tag wieder zurück. etc.
bin dort rumgegurkt, auf wohnungsstellensuche. kurz davor habe ich zurückgezogen. ich hatte zuviel angst, in einem sozialghetto einsam vor mich hin zu vegetieren. ich hätte dort niemanden gekannt. und mit einem krankem kind alleine macht man kaum neue bekanntschaften oder kann sich aus der katastrophalen finanziellen situtation selbst befreien.
so bin ich noch hier in freiburg.

gruß, ursel
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#27
Hallo Nikola,

sag mal, geht es denn nicht einfacher über Immobilienscout oder so ? Soviel ich weiss, übernimmt die Arge auch die Kosten der Kaution.
Ich kenne die Mieten in Deiner Region nicht, aber hier wird eine Kaltmiete von 5,50 / qm gezahlt und Dir würden mit Deinem Sohn 75 qm zustehen. Dafür musst Du Dir ein Attest vom Arzt besorgen, dass Dein Sohn schwerstbehindert und auf einen Rollstuhl bzw. Rehabuggy angewiesen ist, da steht Dir dann ein erhöhter Wohnraum zu.



Ich drück Dir die Daumen :-)

l.G.
Bea
Wenn Du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!
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#28
Zitat:Original von Bea F.
Ich drück Dir die Daumen :-)

l.G.
Bea

Danke, Bea. Die Mieten liegen hier übrigens bei 10,50 pro qm, das arbeitsamt zahlt maximal 5,50 pro qm.
kannst dir sicher selbst vorstellen, dass sich das nicht ausgeht.

Ich bekam noch ein Mail auf eine persönliche Bitte um Hilfe, ich stelle es mal rein. nichts mehr gehört.


Guten Abend Frau N.N,

anbei sende ich Ihnen die E-Mail, die ich vorhin an die Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg und die Mitarbeiter der "Arbeitsgruppe Wohnen" in Freiburg gesendet habe, da ich nun mit meinem Latein am Ende bin. Wenn diese Herrschaften nicht weiterhelfen können, muss man die Politik (z.B. Landrat) oder die Presse einschalten….

Ich melde mich, sobald es etwas Neues gibt!

Viele Grüße aus München

M.L.


Sehr geehrte Frau G., sehr geehrte Frau H. und sehr geehrter Herr K.,

Valentin ist ein Kind aus Freiburg, das aufgrund seiner schweren Mehrfachbehinderung immer wieder stationär im Kinderzentrum behandelt wird.

Für ihn wurden folgende Diagnosen gestellt:

XX


Die Wohnsituation der Familie ist derzeit ausgesprochen problematisch, so dass die allein erziehende Mutter mit Valentin umziehen muss, allerdings keine geeignete, barrierefreie Wohnung findet.

Der Aufzug ist im aktuellen Miethaus oft defekt. Die Mutter kann zwar (noch) den schwerst mehrfachbehinderten Valentin, keinesfalls jedoch den schweren Rehabuggy die Treppe hinauf und hinunter tragen. Auch bedeutet diese Situation, dass Valentin beim Tragen und erneuten Lagern häufigere Positionswechsel als nötig ertragen muss, die für ihn leicht mit Schmerzen verbunden sind.

Die Familie lebt von Arbeitslosengeld II und findet mit dem für die Miete vorgesehenen Betrag keine geeignete Wohnung.

Das Wohnungsamt kann der Familie auch nicht weiterhelfen, da die Stadt Freiburg über keine barrierefreien Wohnungen verfügt.

Nun meine Frage an Sie: Könnten Sie der Familie in dieser Sache weiterhelfen oder haben Sie eine Idee, an wen sich die Mutter wenden kann?

Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich freuen!

Mit freundlichen Grüßen

M. L.




es tut sich nichts...


persönliches thema am rande:

ganz tapfer, zwei zähne gezogen, in der klinik sowie anschließend eine herausnehmbare klammer verpasst bekommen:

[Bild: slo7x2.jpg]

(hoffentlich habe ich bald einen foto-blog, dann muss ich euch hier nicht mehr mit fotos belästigen. heute morgen auch wirklich schöne bilder von wald und schnee)
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#29
Folgendes:

From: huahine
To: L.M.
Sent: Monday, December 14, 2009 11:19 AM
Subject: Re: Valentin


Guten Tag, Frau L.,

vielen Dank für Ihren freundlichen Einsatz.
Das freut mich sehr.

Haben Sie Nachricht von der Behindertenbeauftragten bekommen?

Ich habe hier eine Frau, die ab und an im Haushalt mithilft, deren Chefin sie ist. Meine Bekannte wollte sich auch ebenfalls an Frau G. wenden. Hat Sie aber bislang ebenfalls nicht zu fassen bekommen.

Das bestätigt leider meine Annahme, dass solche Pöstchen lediglich dazu da sind, sich selbst in der Zeitung bewundern zu können und Schulterklopfen für die vermeintlich soziale Arbeit zu bekommen. Ich habe für solche Sprücheklopfer leider kein Verständnis.

Was kann ich noch tun? Freiburger Mieten liegen ganz knapp hinter Münchner Verhältnissen. qm preis 10-11 Euro, das Arbeitsamt zahlt 5,50 Euro. Da bekommen sie nochnichtmal eine Hundehütte für. Ist diese Vorgabe der Behörde fern jeder Realität zulässig?
Was kann ich gegen die Wohnungsbehörde unternehmen?
Ich habe erstmal Widerspruch gegen den Wohnberechtigungsschein erhoben, da er zum einen auf 60 qm ausgestellt wurde, und zum anderen nicht der dringliche Wohnberechtigungsschein war, sondern allgemeiner Art (kenne mich nicht aus, aber das schien mir wichtig zu sein). Das war ein weiterer Versuch der Irreführung der Behörde, ich stellte denen die Dringlichkeit durchaus dar, und auch den Mehrbedarf durch mein krankes Kind. Klare Schikane und versuchte Täuschung, meiner Meinung nach.

Was kann ich noch tun?
Haben Sie eine gute Idee...


Mit freundlichen Grüßen,



Ich hatte der Stadt Freiburg ein Ultimatum bis heute den 14 Dezember gestellt. Was kann ich jetzt tun?
Ich habe keine Verbindungen zu Politik oder Wirtschaft, keine Freunde in entsprechenden Posten, und ich habe kein Geld. Und das unverschuldet, ich bin nicht faul oder dumm, sondern pflege seit 11 Jahren ein komatöses Kind und mein Leben ist vollständig auf dieses Kind minimiert. So dass ich keinerlei connections oder finanzielle Mittel aufbieten kann.

Ich bin offen für gute Ratschläge.


Grüße,
Ursel
www.huahinelife.de

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#30
Hallo Nikola,

also, das ist ja echt schlimm, dass sich da gar nichts tut . Da bleibt Dir wohl nur der Schritt, Deine Situation in den Medien zu schildern. Ich habe gestern einen Beitrag in Akte X gesehen , wo auch einer allein erziehenden Mutter mit 3 gesunden Kindern geholfen wurde. Wäre doch mal einen Versuch wert, oder ?

Mann, Dein Valentin war aber tapfer ! Süß ist er, der kleine Mann ... hat er eine Nasensonde ? Keine PEG oder Button ? Ich hab mal gehört, dass eine Nasensonde nicht auf Dauer liegen sollte, da sonst die Flimmerhäärchen kaputt gehen und man so infektanfälliger sein soll.

Ich drück Dir weiterhin die Daumen Smile

glG
Bea
Wenn Du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!
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