03.09.2005, 14:35
der Spiegel 35/2005
Ende der Homoöpathie
Der Sozialmediziner Matthias Egger, 48, von der Universität Bern über seinen Nachweis, dass die Homöopathie nicht besser wirkt als ein Placebo.
Spiegel: das Fachjounal "Lancet", das Ihre Sudie als Titelgeschichte bringt, verkündet das "Ende der Homöopathie". Ist das Ergebnis so vernichtend?
Egger: Wir haben erstmals einen großen Vergleich gemacht: auf der einen Seite alle auffindbaren Studien zur Wirkung der Homöopahtie, 110 an der Zahl. Ihnen gegenüber stellten wir 110 Studien der Schulmedizin jeweils zum gleichen Krankheitsbild - von Asthma bis zu Verdauungsproblemen. Sämtliche Studien waren Placebo-kontrolliert, das heißt, einige Probanden hatten zum Vergleich ein Scheinmedikament bekommen.
Spiegel: Was kam dabei heraus?
Egger: Das hängt stark von Größe und Qualität der Studie ab. Schlecht kontrollierte Studien mit wenigen Teilnehmern melden die besten Erfolge im Vergelich zum Placebo. Das gilt f+ür die Homöopthie wie auch für die Schulmedizin. Als wir aber nach und nach die besseren Studien herausfilterten - viele Teilnehmer, sehr gute Kontrolle - zeigte sich eine erstaunliche Veränderung: Bei den besten acht Studien war für die Homöopathie so gut wie gar kein Heileffekt über die Placebo-Wirkung hinaus mehr festzustellen. Auch die erfolge der Schulmedizin schrumpften, doch blieb bei ihr so viel übrig, dass eine Behandlung sich jedenfalls lohnt.
Spiegel: Ist den Erfolgsmeldungen kleiner Studien generell nicht zu trauen?
Egger: Da sie wenig Aufwand erfordern, werden Ergebnisse oft nur veröffentlicht, wenn sie positiv ausfallen. Bei den aufwendigen Studien ist der Druck größer, am Ende etwas vorzulegen, auch wenn es den Erwartungen nicht entspricht.
Spiegel: Kann die Homöopathie dennoch nützen, und sei es als Placebo?
Egger: Die Frage ist: Darf ich als Arzt einem Patienten guten Gewissens zu einer Behandlung raten, von der ich jetzt endgültig weiß, dass sie objektiv keine Wirkung hat?
Ende der Homoöpathie
Der Sozialmediziner Matthias Egger, 48, von der Universität Bern über seinen Nachweis, dass die Homöopathie nicht besser wirkt als ein Placebo.
Spiegel: das Fachjounal "Lancet", das Ihre Sudie als Titelgeschichte bringt, verkündet das "Ende der Homöopathie". Ist das Ergebnis so vernichtend?
Egger: Wir haben erstmals einen großen Vergleich gemacht: auf der einen Seite alle auffindbaren Studien zur Wirkung der Homöopahtie, 110 an der Zahl. Ihnen gegenüber stellten wir 110 Studien der Schulmedizin jeweils zum gleichen Krankheitsbild - von Asthma bis zu Verdauungsproblemen. Sämtliche Studien waren Placebo-kontrolliert, das heißt, einige Probanden hatten zum Vergleich ein Scheinmedikament bekommen.
Spiegel: Was kam dabei heraus?
Egger: Das hängt stark von Größe und Qualität der Studie ab. Schlecht kontrollierte Studien mit wenigen Teilnehmern melden die besten Erfolge im Vergelich zum Placebo. Das gilt f+ür die Homöopthie wie auch für die Schulmedizin. Als wir aber nach und nach die besseren Studien herausfilterten - viele Teilnehmer, sehr gute Kontrolle - zeigte sich eine erstaunliche Veränderung: Bei den besten acht Studien war für die Homöopathie so gut wie gar kein Heileffekt über die Placebo-Wirkung hinaus mehr festzustellen. Auch die erfolge der Schulmedizin schrumpften, doch blieb bei ihr so viel übrig, dass eine Behandlung sich jedenfalls lohnt.
Spiegel: Ist den Erfolgsmeldungen kleiner Studien generell nicht zu trauen?
Egger: Da sie wenig Aufwand erfordern, werden Ergebnisse oft nur veröffentlicht, wenn sie positiv ausfallen. Bei den aufwendigen Studien ist der Druck größer, am Ende etwas vorzulegen, auch wenn es den Erwartungen nicht entspricht.
Spiegel: Kann die Homöopathie dennoch nützen, und sei es als Placebo?
Egger: Die Frage ist: Darf ich als Arzt einem Patienten guten Gewissens zu einer Behandlung raten, von der ich jetzt endgültig weiß, dass sie objektiv keine Wirkung hat?
http://www.huahinelife.de
Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre. (Leo Tolstoi)
Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre. (Leo Tolstoi)